Donnerstag, 22. Januar 2009

Kesselgucken, Kesselgucker Praxis

Zuerst einmal möchte ich mit der stark verbreiteten Meinung aufräumen, der voraussichtliche Landepunkt der Kugel wird anhand der Kollision mit einer Raute bestimmt. Frage: wie bitte sollte man, selbst wenn dem so wäre, noch seinen Satz platzieren, wenn die Kugel bereits mit einer Raute kollidiert?? Unmöglich, die verbleibende Zeit dafür ist ganz einfach zu kurz!!! Selbst eine Announce würde nur in den seltensten Fällen noch angenommen. Diese falsche Weisheit wird aber ständig von praxisfremden Theoretikern in vielen dicken Büchern mit mehr als unnützen Formeln und sonstigem wortreichen Unsinn vertreten.
Ein Coup spielt sich, je nach Croupier, zwischen 8 und 22 Sekunden ab.Die ersten 2-3 Sekunden (entspricht im Idealfall einer Tellerrotation)erkennt man so gut wie gar nichts. Die Kugel ist meist viel zu schnell. Hörakrobaten, die an RRRRRROOOOOOOOHHHHHHH's und ähnlichen Indikatoren etwas zu erkennen glauben, müsste ich an dieser Stelle ein extra Schwachsinn - Kapitel widmen.
Wenn sich nach 2-3 Sekunden der Lauf der Kugel soweit beruhigt hat, man die Ausgangszahl nicht aus den Augen gelassen hat und sich den Startpunkt im Kessel gemerkt hat, dann zeigen sich zu diesem Zeitpunkt die ausschlaggebenden Indikatoren. Dann befindet man sich jedoch erst in der 4ten bis 6ten Sekunde des jeweiligen Coups. Genau zu diesem Zeitpunkt wissen wir bereits, ob und wie dieser Coup zu spielen ist. Jetzt steht noch genügend Zeit zur Verfügung, flott aber ohne Hektik den Satz zu platzieren. Diese Vorgangsweise wird von allen am Tisch auch als völlig normal empfunden. Man hat also genügend Zeit zur Verfügung und bleibt unverdächtig. Wenn man natürlich immer Maximum spielt, zwangsläufig große Summen kassiert, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn man damit unweigerlich Aufsehen erregt.
In diesem Sinne...
HB

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